Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Stupro XX


BA 06
MA 02, 04
Blockseminar

- 12.-13. April
- 10.-11. Mai
- 31. Mai - 01. Juni
- 21.-25. Juni
- Symposium vom 26.-29. Juni

Viele Texte von Heiner Müller scheinen zuerst nicht für das Theater geschrieben zu sein. Fehlende Fabel, Unzahl von Figuren, Abwesenheit von Dialogen, unüberwindbare Textmenge und –dichte, endlose Sätze, umständlicher Satzaufbau, etc… Was passiert aber, wenn man diese Hindernisse „Konstruktiv“ zu lesen versucht? Das heißt, sie untersucht, als Türen, die zu öffnen/finden sind, um neue Räume zu entdecken, in denen die Agierenden nicht mehr eine politisch traditionelle Vorstellung vom Subjekt entsprechen, sondern wo neue Koordinaten für „Mensch, Maschine, Tier“ ausgeübt werden könnten. Müllers Texte als Generatoren für neue Perspektiven lesen, die aber zwischen Schrift und Sprache zuerst entstehen können. In diesem Seminar werden wir uns in diesem Sinne auf die Suche nach Strategien begeben, die ermöglichen könnten, Müllers Texte doch „theatralisch“ umzusetzen, ohne dass man ihre Grenzüberschreitende Kraft verliert.

Jeder Student sollte zum ersten Treffen mit Texten – Untersuchungsobjekten – von Heiner-Müller kommen, die bezüglich der Frage der Un/Repräsentierbarkeit ihm relevant vorkommen. Das Ziel des Seminars ist am Ende die praktische Umsetzung der entwickelten Gedanken.

Der Besuch des Seminars von Nikolaus Müller-Schöll (Nicht-Protagonisten, Sprachfiguren, Chöre, Tiere, Pflanzen, Steine, Engel... Zum A-Humanismus bei Heiner Müller) ist stark erwünscht.