Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Maßstab & Vorstellung / Scale & Imagination I


Szenisches Projekt

WS 08/09 und SS 09
BA-ATW-ATW-06
MA-ATW-ATW- 02/04


Das szenische Projekt ist ein Kooperationsprojekt zwischen Studierenden des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft sowie Studierenden der dänischen Teaterskolen Copenhagen (Department Bühnenbild, Licht, Regie).

Das Projekt setzt sich zum Ziel das Verhältnis von Maßstab und Vorstellung zu untersuchen, d.h. die Frage zu stellen, welche Imaginationsräume von der Irritation der wahrgenommenen Größenordnungen eröffnet werden. In einem Spiel von maßstabs-getreuem und/oder -ungetreuen Bezug auf die Kunstform Theater und unter der selbstgestellten Bedingung dramaturgisch gestalteter Zeit sollten damit Strukturanalogien zur ästhetischen Erfahrung eines Zuschauers im Theater auf künstlerisch eigenständige Weise untersucht werden. Im Rahmen dieses Projektes könnten auch ‘Theatermodelle’ entstehen, die nicht mehr auf eine spätere, größere Wirklichkeit verweisen, sondern selbst eine vielleicht auch nur kleine Anzahl von Zuschauern zu einer Aufführung einladen.

Mit den unterschiedlichen Ansatzpunkten von Bühnenentwürfen und Raumkonstellationen sowie dem performativen Ansatz einer Vernetzung von (Theater-) Theorie und Praxis können dabei aber auch Raum-, Klang-, Videoinstallationen oder Performances entstehen, die das Theater selbst als Modell eines Rezeptionsvorgangs begreifen, den es in seinem Funktionieren, seinen Lügen und seiner mythischen Verfasstheit spielerisch zu beleuchten gilt.

Diese Arbeitshypothese reagiert nicht nur auf die unterschiedlichen Professionen der beteiligten Hochschulen, sondern zudem auf strukturelle, inhaltliche und formale Entwicklungen zeitgenössischer Theater- und Kunstpraxis (zum Beispiel der Arbeiten von Janet Cardiff, Tony Oursler, Juan Muñoz etc.). Interdisziplinär, -medial und -national bietet diese Kooperation ein Laboratorium der Erprobung und produktiven Überprüfung auch von Arbeitsabläufen und Arbeitsteilungen, das im institutionalisierten und professionalisierten Produktionsprozess kaum möglich ist, und bereitet so gleichzeitig auf diesen vor.

Das szenische Projekt ist zweisemestrig angelegt. Die Anzahl der Studierenden ist begrenzt. Anmeldungen (mit Hinweis auf bisherige eigene künstlerische Arbeiten) per email bitte bis 10.10. an Prof. Heiner Goebbels.

Zusätzlich zu den wöchentlichen Terminen (s.o.) gibt es folgende verpflichtende gemeinsame Arbeitsphasen: 17.-19. Oktober in Gießen, 3.-7.Januar in Kopenhagen, 4.-9.April in Gießen und 29. Mai bis 7. Juni in Kopenhagen mit Abschlußpräsentation.

Erstes Treffen: 14. Oktober, 14 Uhr, Zimmer 114