Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Sounddesign


BA-ATW-ATW-09/10
MA-ATW-ATW-02/04


Intensive Praxis ist ein Grundstein für das Gestalten akustischer Arbeiten, sowohl hinsichtlich des ästhetischen Handelns wie auch im handwerklichen Umgang mit den komplexen Programmen und ihren unüberschaubaren Möglichkeiten; erst sie erlaubt es, Mittel und Techniken zum Bestandteil der eigenen Erfahrung zu machen. Das funktioniert um so besser, wenn die Möglichkeit besteht, neu Kennengelerntes unmittelbar umzusetzen und in diesem Prozeß Rückfragen zu stellen und Tipps zu bekommen. Für so ein zeitintensives Vorgehen ist in regulären Seminaren wie der 'Einführung' jedoch leider kein Platz.
'Sounddesign' stellt als konzentrierter Workshop diesen Rahmen bereit. Eine Woche lang (Montag bis Freitag) treffen sich die Teilnehmer/innen ganztags und arbeiten in Zweier-Teams an eigenen Arbeitsplätzen. Dabei geht es sowohl um die Vermittlung technisch-handwerklichen Wissens wie um das ästhetische Schaffen.
Zu ersterem gibt es jeden Tag eine Einführung in ein Thema, das im Einführungskurs keinen Platz hat, aber weitreichende Möglichkeiten erschließt – jeweils etwa in der Länge einer normalen Seminar-Doppelstunde. Erklärt wird das Wichtigste bezüglich Funktionsprinzipien und eine einfache Anleitung zum praktischen Einsatz, danach kann das Neue direkt ausprobiert und entlang konkreter Fragen erweitert werden. Themen sind z.B.
• MIDI
• Reaktor (Synthesizer-Programm) und Klangsynthese
• Arbeiten mit Samples / Kontakt (Software-Sampler)
Verwendet werden ProTools, Reaktor und Kontakt, nicht Logic und Max/MSP.
In ästhetischer Hinsicht soll die Arbeit während der Woche mit Blick auf ein am Ende erstelltes Werk geschehen. Die Entwicklungen in den einzelnen Teams werden ein Mal täglich zurück in die gesamte Runde gebracht und untereinander verknüpft. Bedingungen oder Ziele dieses Prozesses vereinbaren die Teilnehmer/innen zu Beginn des Seminares (ich mache Vorschläge z.B. zu einem formalen Rahmen oder Ausgangsmaterial, die für den Arbeitszusammenhang eine brauchbare Orientierung sein können).
Dieses ästhetische Arbeiten ist integraler Bestandteil des Seminares, das nicht nur ein Spielplatz für ein technophiles was-alles-so-geht sein soll. Daher wird eine der täglichen Einführungen sich auch nicht neuen Techniken/Programmen widmen, sondern der Frage, was man mit den bekannten noch machen kann – ProTools anders gedacht. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, einen Tag z.B. einen Blick auf musikalische Kompositionsmodelle zu werfen, wenn das gefragt ist.
Das Seminar findet nach Ende der Vorlesungszeit statt; wann genau, wird in der Vorbesprechung festgelegt – vor Weihnachten, der Termin wird noch durch einen eigenen Aushang angekündigt.
Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist der erfolgreiche Besuch des Einführungskurses (oder vergleichbare Kenntnisse) sowie Erfahrung mit eigenständiger praktischer Arbeit im tontechnischen Bereich. Studierenden, die erst in diesem Wintersemester den Einführungskurs besucht haben, können grundsätzlich auch teilnehmen – nach Absprache mit mir mit Blick auf das dort gemachte Projekt.
Fortgeschrittene Standardtechniken, z.B. der Einsatz von Kompressoren, spezielle Mikrofonierungstechniken o.a. sowie Logic Pro sind nicht Gegenstand dieses Seminares. Ihnen widmen sich voraussichtlich – je nach Nachfrage – Seminare für Fortgeschrittene im Sommersemester.


Sprechstunden
Neben den Seminaren biete ich einige Sprechstunden an – vereinzelt gibt es von mir festgelegte Termine, die dann entsprechend ausgehängt werden (vor allem, wenn größerer Bedarf zu erwarten ist, z.B. in der Endphase bzw. vor dem Aufführungstermin von Seminaren, für die viel praktisch tontechnisch gearbeitet wird u. dergl.).
Als praxisnäher hat sich jedoch erwiesen, einen Termin bei Bedarf individuell zu vereinbaren – bitte sprecht mich an.