Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Expressive Körper


BA-ATW-ATW-03

Teilnehmer: ATW BA 03; AVL
Voraussetzungen für den Erwerb eines Scheins: Kurzreferat mit Thesenpapier und Hausarbeit


Im Übergang vom Barock zur Aufklärung verändert sich die Kunst des Schauspielens mit dem Wandel des Menschenbildes, seiner Relation von Körper und Sprache: Der einer arbiträren, rhetorischen Sprach-Logik gehorchende barocke Körper, der durch die Fülle des (göttlichen) Wortes garantiert und ihm untergeordnet ist, wird abgelöst durch Formen körperlichen Ausdrucks, die mit dem Wort in Konflikt stehen können. Die Sprache des Körpers wird nun als ein Diskurs erforscht, der ermöglichen soll, einen expressiven Körper künstlich zu erzeugen, einerseits durch Einfühlung, andererseits durch Beobachtung und Nachahmung.
Diese neue Konzeption des Subjekts auf der Bühne soll nicht nur anhand der Schauspielkonzepte sondern auch der impliziten Theorien der Wort- und Körpersprachen diskutiert werden. Im Zentrum stehen neben den Texten zur Sprache von Rousseau, Diderot, Herder, die den Menschen zwischen Maschine und Natur verorten, die Überlegungen von Diderot, Lessing, Goethe und Engel zum verbalen und nichtverbalen Ausdruck auf der Bühne.

Literatur zur Einführung:
Karl-Heinz Göttert, Geschichte der Stimme, München: Wilhelm Wink, 1998, Kap. XIII, XIV und XVI
Jens Roselt (Hrg.), Seelen mit Methode – Schauspieltheorien vom Barock bis zum postdramatischen Theater, hrsg. und mit einer Einführung von Jens Roselt. Berlin: Alexander Verlag 2005