Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Inszenierung Nicht-Dramatischer Texte


Die Auflösung der im deutschsprachigen Raum historisch engen Verbindung von Theater und Text gehört zu den wichtigsten Erscheinungsformen des postdramatischen Theaters. Diese Trennung und die damit verbundenen szenischen Möglichkeiten beinhalten aber auch die Chance, andere als dramatische Texte für die Bühne neu zu entdecken. Dazu zählt die Dramatisierung eines Romans oder einer Erzählung ebenso wie die Inszenierung dokumentarischen Materials, wissenschaftlicher Texte oder die Inszenierung von Tagebüchern, lyrischen Texten u.a.. Allen künstlerischen Versuchen mit nicht-dramatischen Texten ist gemeinsam, daß sie mit Theatermitteln auf die Abwesenheit der figurenbezogenen Rede und des dialogischen Materials reagieren müssen; oft erscheint der Einsatz audiovisueller Medien als Ausweg.
In dem szenischen Projekt werden die Studierenden Texte auf die Bühne bringen, die nicht für das Theater geschrieben sind, und die jeweils gewählten szenischen Mittel werden auf ihre notwendige Verbindung zu den literarischen Quellen hinterfragt. Auch wird nach Alternativen zu einem dramaturgischen Aufbau gesucht, der nicht von der narrativen Abfolge eines Stückes abgeleitet werden kann.