Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Orte der Liebe


Teilnehmer: ATW/AVL

Einem seiner ersten Texte über das Theater hat Antonin Artaud den Untertitel „Ort der Liebe“ gegeben. Es treten dort zwei Künstler und ein Theoretiker auf, die wesentlich zur Entwicklung der Perspektivbühne der Renaissance beigetragen haben. Artauds Frage nach dem Ort der Liebe soll in diesem Seminar aufgegriffen und an Beispielen aus Theater und Film, die sich auf den Phaedra-Komplex beziehen, diskutiert werden. Die ästhetische Bearbeitung dieses Stoffes, der paradigmatisch Formen der Geschlechterbeziehungen formuliert, soll nach dem Wandel des gesellschaftlichen Stellenwerts dieser Beziehung, nach dem Wandel von Frauen- und Männerbildern, sowie nach dem Wandel des Fokus, unter dem der Ort der Liebe beleuchtet wird, befragt werden. Die Diskussion von Texten, Filmen und Stücken soll durch das Heranziehen verschiedener Theorien zum Thema gestützt werden.

Folgendes Programm ist geplant:
1. Orte der Liebe im 19.Jahrhundert:
Texte von Stendhal, Emile Zola und Alfred Jarry; Filme von Jean Renoir und Roger Vadim
2. Phaedras Revolte zu Beginn des letzten Jahrhunderts
Texte von Siegmund Freud, Gabriele D’Annunzio, Marina Tswetajeva
3. Der Wandel des Inzestverbots:
Texte von Jacques Lacan, Filme von Louis Malle und Bernardo Bertolucci
4, Orte des Begehrens, Orte unmöglicher Liebe
Texte von Kristeva und Marguerite Duras, Sarah Kane, Filme von Marguerite Duras

Eine Leseliste und Bibliographie wird ab Anfang April ausliegen.