Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
MENU
DE EN

Robert Wilson


Teilnehmer: 05-BA-ATW-ATW-02; 03;05-MA-ATW-ATW-01; 03; 05

Pro-/Hauptseminar: Robert Wilson

Prüfungsvorleistungen: 2. Jahr BA, ab 1. Jahr MA

Prüfungsform: Kurzreferat mit Thesenpapier bzw. Protokoll sowie nach Modul zusätzlich Hausarbeit

Teilnehmer: ATW, AVL

Inhalt und Ziel: Die Arbeiten Robert Wilsons, der auf eine mehr als vierzigjährige Praxis als bildender Künstler, Performer, Choreograph,Theater- und Opernregisseur zurückblicken kann, werden heute sehr oft als Wiederholung einer längst akzeptierten Bühnenästhetik ohne Überraschung oder aber als Erfolge eines längst zum Klassiker der Avantgarde gewordenen Meisters gewürdigt. Der heutige Konsens und die breite Akzeptanz seiner Ästhetik verdecken jedoch das innovative Potenzial eines Schaffens, das nicht nur unser Theaterverständnis verändert, sondern auch viele Theaterkünstler seit den achtziger Jahren entscheidend beeinflusst hat. Dieses innovative Potenzial soll in diesem Seminar herausgearbeitet und auf seine Aktualität befragt werden.

Hierfür soll Wilsons Theaterarbeit, die zum ersten Mal Anfang der siebziger Jahre in Europa zu sehen war, an wegweisenden Produktionen vorgestellt werden. Aus der bildenden Kunst kommend, hat Wilson seine Theaterästhetik seit Ende der sechziger Jahre zuerst im Dialog mit Therapiekonzepten und der zeitgenössischen bildenden Kunst, sodann mit Tanz und Musik und außereuropäischem Theater entwickelt. Zuerst ganz ohne Text oder mit eigenen Laut- und Textcollagen arbeitend, hat Wilson in den 80er Jahren den Text in seine Arbeit integriert und inszeniert heute nicht nur Stücke von anderen Autoren, sondern auch Opern. Wilsons Rückkehr zu einer Illusionsbühne beinhaltet eine Veränderung der Zuschauerwahrnehmung, die alle Konstituenten der theatralen Illusion betrifft: Raum und Zeit, die Person, das Verhältnis von Körper und Sprache, den Umgang mit Texten und Klang, mit Mythen und Geschichte.
Mit Hilfe von Videoaufzeichnungen soll eine Annäherung an dieses Theater stattfinden, das nach seiner Beziehung zu anderen Künsten und nach seinem Rezeptionspotenzial befragt werden soll.

Als einführende Lektüre wird empfohlen:
Stephen Brecht, The Theatre of Visions: Robert Wilson, New York/Frankfurt: Suhrkamp 1978
Holm Keller, Robert Wilson. Regie im Theater, Frankfurt: Fischer1997
Arthur Holmberg, The Theatre of Robert Wilson, Cambridge: Cambridge University Press 1996
Laurence Shyer, Robert Wilson and His Collaborators, New York 1989