Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Textstimmen


Hauptseminar: Textstimmen
Teilnehmer: 05-MA-ATW-ATW-01; 03; 04 ;05

Prüfungsvorleistungen: ab 1. Jahr MA

Prüfungsform: Kurzreferat mit Thesenpapier bzw. Protokoll sowie nach Modul zusätzlich Hausarbeit

Teilnehmer: ATW, AVL

Ziel und Inhalt: Die stimmliche Performance von Texten ist mit der Frage nach der Stimme/ den Stimmen des Textes konfrontiert. Wen und was höre ich, wenn ich lese, welche Textverfahren lassen mich Stimmen hören? Was ist das vokale Potenzial eines Textes? Lange wurden solche Fragen mit dem Verweis auf die Stimme des Autors, des lyrischen Ichs und Ähnlichem beantwortet, was zu recht die Kritik des Logozentrismus durch Jacques Derrida wie auch des (Post-) Strukturalismus unter Beschuss nahm. Doch die heutige Performance poetischer Texte auf der Bühne, so zum Beispiel von Dantes „Göttlicher Komödie“, stellt diese Frage ebenso neu wie der Einsatz nichtdramatischer, poetisch strukuturierter Texte im zeitgenössischen Theater.
Wir werden die Problematik des vokalen Potenzials von Textes theoretisch mit psycholinguistischen und semiotischen Ansätzen u.a. von Freud, Fonagý, Kristeva, Barthes erörtern und sie an einem Korpus von Texten aus verschiedenen Epochen erproben. Dabei werden Dantes „Göttliche Komödie“, der Vers der französischen Klassik (Corneille/ Racine), die parole in libertà der Futuristen, die Lautpoesie der Dadaisten, Texte von Joyce, Gertrude Stein und Beckett u.a. diskutiert und analysiert werden.