Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Transformationen. Antike Motive und zeitgenössische Ästhetik.


(BA 04; MA 01; MA 04;) Lektürekurs

Obgleich sie das Fundament des europäischen Theaters darstellt, ist die griechische Antike uns nur aus Fragmenten und Bruchstücken bekannt. Ganz anders verhält es sich mit ihren Figuren und Motiven, die seit je als Vorlage für zeitgenössische Kunst und Kultur firmieren. Das zentrale, die Kunst bis heute prägende Konzept, durch welches diese Figuren und ihre Motive miteinander verschränkt werden und welches im Epos genauso wie im Drama aber auch in der Skulptur, Malerei oder Musik seine Ausgestaltung findet, verbirgt sich hinter dem Begriff »Pathos«. Doch wie läßt sich dieser Begriff verstehen? Welche strukturellen Mechanismen verbergen sich in diesem Konzept? Ist Pathos primär an eine Figurenkonstellationen, einen Mythos gebunden, oder handelt es sich hierbei um ein allgemein Formel, die ‑ egal ob in Stein gehauen oder aus voller Brust geschmettert ‑ durch die Kulturgeschichte hinweg verfolgt werden kann? Ist dieses Konzept zwangsläufig mit dem Negativen, Tragischen konnotiert, oder steht es genauso dem Glück, der Freude gegenüber offen?
Im Rahmen eines Lektürekurses sollen antike Dramentexte durch neuzeitliche Kompositionen und gegenwärtige Installationen kontrastiert werden. Durch diese Gegenüberstellung soll dem Begriff »Pathos« nachgespürt und die Gültigkeit dieses Konzeptes für die gegenwärtige Praxis diskutiert werden.

Der theoretischen Orientierung dienen die folgenden Texte:
Martin Harbsmeier, Sebastian Möckel: Antike Gefühle im Wandel. in: Martin Harbsmeier, Sebastian Möckel (Hg.): Pathos, Affekt, Emotion. Transformationen der Antike. Frankfurt/Main 2009 (S. 9 - 24)
Cornelia Zumbusch: Probleme mit dem Pathos. Zur Einleitung. in: Cornelia Zumbusch (Hg.): Pathos. Zur Geschichte einer problematischen Kategorie. Berlin 2010. (S. 7 - 24)
Jennifer Wise: Tragödie als Weissagung eines glücklichen Lebens. in: Bettine Menke, Christoph Menke: Tragödie, Trauerspiel, Spektakel. Berlin 2007 (S. 150 - 178)