Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Lesen / Sprechen / Hören


(BA 04; BA 09; MA 02; MA 04)

Die Auflösung der im deutschsprachigen Raum historisch engen Verbindung von Theater und Text gehört zu den wichtigsten Erscheinungsformen des postdramatischen Theaters. Diese wiederum beinhaltet aber auch die Chance, andere als dramatische Texte für die Bühne neu zu entdecken. Dazu zählt die Dramatisierung eines Romans oder einer Erzählung durch einen Regisseur ebenso wie die Inszenierung dokumentarischen Materials, wissenschaftlicher Texte oder die zahlreichen künstlerischen Versuche mit Tagebüchern, lyrischen Texten u.a.. Allen ist gemeinsam, daß sie mit Theatermitteln auf die Abwesenheit der figurenbezogenen Rede und dialogischen Materials reagieren müssen; oft erscheint der Einsatz audiovisueller Medien als Ausweg.

In dem szenischen Projekt werden die Studierenden sich mit Texten beschäftigen, die nicht für das Theater geschrieben sind, und die jeweils gewählten szenischen Mittel werden auf ihre notwendige Verbindung zu den literarischen Quellen hinterfragt. Auch wird nach (musikalischen?) Alternativen zu einem dramaturgischen Aufbau gesucht, der nicht von der narrativen Abfolge eines Stückes abgeleitet werden kann.

Vor allem stehen aber im Zentrum der Aufmerksamkeit auch eigene Übungen der Projektteilnehmer zur Prosodie: d.h. Intonation, Pausen Sprachrhythmus, Silbenbetonung, Satzmelodie können gehört, analysiert, reflektiert, geprobt und angewendet werden.