Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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PHÄEDRA DRAMATISCH UND POSTDRAMATISCH


Seit Euripides, von dem nur die zweite Version des Phaedrastoffes – Hippolytos – erhalten ist, gehört die Figur der Phaedra zu den großen Frauengestalten des europäischen Theaters. Von Seneca über Racine zu Marina Tswetajewa oder Sarah Kane wurde der Stoff zum Anlaß genommen, die Frage der Geschlechterbeziehung, die Frage dessen was Artaud den „Platz der Liebe“ nannte, immer wieder neu zu stellen. Die Neubearbeitung des Stoffes, seine Delokalisierung zum Beispiel durch Duras oder auch Neuinszenierungen der alten Phaedren durch Meyerhold oder die Wooster-Group, durch Peter Stein, Patrice Chéreau oder Luc Bondy zum Beispiel als Zeugnisse einer Geschichte der Darstellung von Geschlechterbeziehungen gelesen, redkonstruiert und analysiert werden. Es wird mit den Texten der Dramen sowie mit den Videoaufzeichnungen der signifikantesten Inszenierungen gearbeitet.

Lektüreempfehlungen:
Euripides, Hyppolitos
Seneca, Phaedra
Jean Racine, Phèdre (Dtsche Übersetzung von Simon Wehrle)
Marina Tswetajewa, Phaedra (frz. Oder engl. Übersetzung)
Marguerite Duras, La maladie de la mort (dtsche Übersetzung von Peter Handke)
Sarah Kane, Phaedra’s Love