Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Dirigieren Inszenieren


BA 03/10, MA 01/03, CuP 05


Die Erzeugung von Klängen geht notwendigerweise mit Bewegung einher. Diese ist indes nicht als Nebenerscheinung von Musik zu verstehen, sondern weist deutlich szenische Qualitäten auf. Sie ist einerseits individuell und intim, andererseits dient sie der Kommunikation und Synchronisierung und wendet sich somit bewußt an Zweite und Dritte. Bewegung macht Musik zu einem szenischen Ereignis. Das markanteste und augenfälligste Signum hierfür ist der Dirigent / die Dirigentin, welche/r im musik-theatralen Setting meist im Mittelpunkt der Blickachse steht. Seine/ihre Bewegungen richten sich indes nicht nur an die Musizierenden, sondern auch an die Augen und Ohren des Publikums und machen deutlich, daß auch Musik inszeniert ist.
Am Beispiel des Dirigenten / der Dirigentin – aber nicht ausschließlich daran – soll der Frage nachgegangen werden, auf welche Weise die Wiedergabe von Musik als Performance begriffen werden muß, inwiefern Musik optische Qualitäten zeitigt, und welche Spielarten sich hieraus für eine Aufführung ergeben.

Das Seminar wird eine duale Herangehensweise verfolgen und musik- und theaterwissenschaftliche Methoden im Dialog diskutieren. An das Seminar (14-16 Uhr) schließt eine weitere Stunde an (16-17 Uhr), die zur Visionierung sowie gegebenenfalls zu vertiefenden Diskussionen genutzt werden soll.