Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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INSZENIERTE MUSIK I - Musiktheater im 20. Jahrhundert


BA 03, 04, 05, 06, 09, 10, 11; MA 01, 02, 03, 04, 05
CUP 02, 03, 05

Im Zentrum des ersten von zwei szenischen Projekten mit dem Titel INSZENIERTE MUSIK steht zunächst die exemplarische Beschäftigung mit einigen wichtigen Musiktheaterarbeiten des 20. Jahrhunderts, die in der gleichnamigen Propädeutikumssitzung nur kurze Erwähnung finden können. An diesen Beispielen soll vor allem der sich explosionsartig entwickelnde Formenreichtum dieser Gattung analysiert werden. Literaturvertonungen und musikalische Architekturen bis zu hochkomplexen Kompositionsverfahren vor allem in der zweiten Jahrhunderthälfte werden dabei analysiert.
Auch die Frage der Sujets und ihre dramaturgische Bearbeitung werden Gegenstand der Untersuchung sein - sowohl der Umgang mit narrativen Vorlagen als auch deren Auflösung hin zum ‚Ideen-Theater‘ (Luigi Nono) und ‚Totalen Theater‘ (Soldaten - Bernd Alois Zimmermann). Zu den analysierten Musiktheaterwerken und inszenierten Konzerten werden auch die Opern Wozzeck (Alban Berg), Europeras (John Cage), Delusion of the Fury (Harry Partch), De Materie (Louis Andriessen) u.a. gehören.
Änderungen sind dabei ebenso möglich wie gemeinsame Besuche von Aufführungen im Rhein-Main Gebiet, sofern die Spielpläne der Opernhäuser das hergeben. Schon jetzt möchte ich alle Interessierten darauf hinweisen, daß die Oper Frankfurt vor Beginn des Wintersemesters die Möglichkeit bietet, vom 18.-26.September die Lachenmann-Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ zu hören und zu sehen. Bitte versuchen Sie diese seltene Gelegenheit wahrzunehmen. Während des Semesters ist diese Aufführung nicht im Spielplan.

Das Seminar/szen. Projekt richtet sich nicht nur an Studierende, die mit der Oper und mit zeitgenössischer Musik bereits vertraut sind, sondern wird ausdrücklich auch versuchen mit der notwendigen Distanz die Voraussetzungen dieses Genres (Frage nach den Wort -Ton -Verbindungen, warum wird überhaupt gesungen?) aus theaterdramaturgischer Sicht kritisch zu hinterfragen und sie mit der Perspektive zeitgenössischer Theatererfahrung zu konfrontieren. Diese Recherche dient zugleich dazu, sie in eine eigene künstlerische Arbeit zu überführen - ob als skizzenartige Szene als Film als Performance als Installation als Text o.a.
Die Veranstaltung ist für alle Studierenden offen und kann auch als Seminar besucht werden. Die Anrechnung als szenisches Projekt setzt den Abschluß mit einer eigenen künstlerischen Arbeit voraus.

HINWEIS:
Für das kommende Sommersemester 2016 ist ein szenisches Projekt
„INSZENIERTE MUSIK II – Szenische Konzerte“ geplant, das teilnahmebeschränkt ist, da es in Kooperation mit den Instrumentalisten der Internationalen Ensemble Modern Akademie IEMA realisiert wird. Für die Mitarbeit an dem szenischen Projekt des Sommersemesters können Sie sich bereits während des Wintersemesters bewerben. Die Teilnahme an „INSZENIERTE MUSIK I – Musiktheater im 20. Jahrhundert“ ist dafür hilfreich, aber nicht Voraussetzung.