Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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MA-Lektürekurs: Close Reading – Debord’s Gesellschaft des Spektakels


„Das ganze Leben der Gesellschaften, in welchen die modernen Produktionsbedingungen herrschen, erscheint als eine ungeheure Ansammlung von Spektakeln. Alles, was unmittelbar erlebt wurde, ist in eine Vorstellung entwichen.“

„Das Spektakel ist die Ideologie schlechthin, weil es das Wesen jedes ideologischen Systems in seiner Fülle darstellt und zum Ausdruck bringt: Die Verarmung, die Unterjochung und die Negation des wirklichen Lebens.“
Guy Debord, Die Gesellschaft des Spektakels


Die Gesellschaft des Spektakels (La société du Spectacle) ist das 1967 erschienene Hauptwerk des französischen Künstlers und Philosophen Guy Debord. Es handelt sich um eine philosophisch an Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx und Georg Lukács geschulte radikale Anklage der modernen westlichen und östlichen Industriegesellschaft, des Kapitalismus, der realsozialistischen Bürokratie, der Form der Ware und der modernen damit einhergehenden Regierungstechniken. Das Buch hatte großen Einfluss auf die französische Studentenbewegung des Pariser Mai 1968, erlangte später einen Kultstatus in Kunst und Subkultur und wird bis heute als medientheoretisches wie politisches Werk an Universitäten gelesen.

Was wir in einem hoffentlich kleinen Zirkel tun werden, ist schnell beschrieben: Wir lesen. Gemeinsam. Guy Debords Gesellschaft des Spektakels. Absatz für Absatz. Satz für Satz. Manchmal hoffentlich auch Wort für Wort. Und diskutieren und schauen, wie weit wir damit kommen.

Interessierte können sich die regelmäßige Teilnahme als Lektürekurs anrechnen lassen. Die für eine komplette Veranstaltung fehlenden Stunden werden entweder im Block zu oder nach Semesterende nachgeholt. Oder, besser noch: Wir entscheiden gemeinsam, dass wir im kommenden Sommersemester gemeinsam weiterlesen wollen. Denn die Lektüre ist unendlich.

Ich freue mich auf dem Projekt und der gemeinsamen geduldigen Diskussion gewogene Teilnehmer_innen. Jede_r sollte sich das Buch zur ersten Sitzung am 20.10. (!) beschafft oder kopiert haben. Ach ja, und hab ich’s schon gesagt? Nur für Masterstudierende!

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