Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Close Reading – Guy Debord II: Text und Filme


MA 01/03/04/05

„Das ganze Leben der Gesellschaften, in welchen die modernen Produktionsbedingungen herrschen, erscheint als eine ungeheure Ansammlung von Spektakeln. Alles, was unmittelbar erlebt wurde, ist in eine Vorstellung entwichen.“

„Das Spektakel ist die Ideologie schlechthin, weil es das Wesen jedes ideologischen Systems in seiner Fülle darstellt und zum Ausdruck bringt: Die Verarmung, die Unterjochung und die Negation des wirklichen Lebens.“

Guy Debord, Die Gesellschaft des Spektakels

Die Gesellschaft des Spektakels (La société du Spectacle) ist das 1967 erschienene Hauptwerk des französischen Künstlers und Philosophen Guy Debord. Es handelt sich um eine philosophisch an Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx und Georg Lukács geschulte radikale Anklage der modernen westlichen und östlichen Industriegesellschaft, des Kapitalismus, der realsozialistischen Bürokratie, der Form der Ware und der modernen damit einhergehenden Regierungstechniken. Das Buch hatte großen Einfluss auf die französische Studentenbewegung des Pariser Mai 1968, erlangte später einen Kultstatus in Kunst und Subkultur und wird bis heute als medientheoretisches wie politisches Werk an Universitäten gelesen.

Was wir tun werden, ist schnell beschrieben: Wir lesen. Gemeinsam. Guy Debords Gesellschaft des Spektakels. Absatz für Absatz. Satz für Satz. Manchmal hoffentlich auch Wort für Wort. Und diskutieren und schauen, wie weit wir damit kommen. Auch die Filme werden in dieser Fortsetzung des entsprechenden Kurses aus dem Wintersemester 2015/16 rezipiert und diskutiert. Das Seminar ist ein Angebot ausschließlich an Masterstudierende.

Interessierte können sich die regelmäßige Teilnahme als Seminar oder Lektürekurs anrechnen lassen. TeilnehmerInnen, die bereits im Wintersemester dabei waren, können sich Sitzungen aus dem Semester anrechnen lassen, um einen Schein zu erhalten. Weitere Interessierte aus dem MA-Studium sind herzlich willkommen und gebeten, zur Vorbereitung das erste Kapitel aus Guy Debords Gesellschaft des Spektakels genau zu lesen.

Ich freue mich auf dem Projekt und der gemeinsamen geduldigen Diskussion gewogene Teilnehmer_innen. Jede_r sollte sich das Buch zur ersten Sitzung beschafft oder kopiert haben – Textversionen auf Smartphones sind kein Ersatz für den gedruckten Text!