Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Inszenierungen der Stimme


Mit den Avantgarden des 20. Jahrhundert ist die Stimme als eigenes semiotisches Phänomen ins Zentrum des künstlerischen Interesses getreten. Neue Formen der Vokalität im modernen Text und im Theater experimentierten unbewußte Funktionen der Stimme in geschriebener und gesprochener Sprache. So erlaubten neue Versformen wie auch die Inszenierung der Stimme im Theater nun, diese nicht nur als Strategien der Integration von Heterogenität zu erfahren, sondern auch als einen wesentlichen Teil der Psychogenese. Als Antworten auf die Krisen der Sprache und des Theaters inszenieren Dichter und Theaterkünstler den vokalen Aspekt der Sprache als multiple Stimmkörper. Das Seminar hat zum Ziel, die theoretischen und ästhetischen Implikationen dieses Phänomens in der Gegenüberstellung der neuen Stimmstrategien mit ihren historischen Formen zu untersuchen. Beispiele für Textstimmen werden Texten u.a. von Dante, Sollers, Shakespeare, Goethe, Racine, Brecht und Artaud, Beckett, Heiner Müller oder Jandl entnommen und mit den Stimminszenierungen der Autoren selbst bzw. von Theaterkünstlern wie Alexander Moissi, Fritz Kortner, Carmelo Bene, Dario Fo, Klaus Michael Grüber, Robert Wilson, Meredith Monk, Christoph Marthaler, Jean Marie Straub etc. konfrontiert.
Teilnehmer/innen: Es wird eine aktive Teilnahme erwartet mit einem Kurzreferat (Teilnahmeschein) sowie, falls gewünscht mit einer zusätzlichen Hausarbeit (Leistungsschein).
Eine Kurzbibliographie ist im Sekretariat erhältlich.