Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Antikes Griechenland: Kulturen des Performativen (Exkursionsprojekt).


BA 03-06/09-12

MA 01-05

Im Wintersemester 2016/17 sowie schwerpunktmäßig in der zweiten Märzhälfte 2017 planen die Institute für Angewandte Theaterwissenschaft und für Altertumswissenschaften (Bereich Gräzistik) der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie des Masterprogramms für Dramaturgie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main ein interdisziplinäres Lehr- und Exkursionsprojekt zum Thema „Antikes Griechenland: Kulturen des Performativen“. Das Projekt besteht aus einer von beiden Gießener Instituten ausgerichteten vorbereitenden Seminar- und Vorlesungsreihe während der Vorlesungszeit sowie einer Exkursion nach Griechenland im März 2017.

Unter dem Themenschwerpunkt „Kulturen des Performativen“ setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes mit theatralen und performativen Aspekten und Praktiken der griechischen Antike auseinander. Diese thematische Klammer erlaubt es, eine Vielzahl mit Fragen der Darstellung verbundene Kulturtechniken und Diskurse des antiken Griechenlands aufzugreifen und zu reflektieren: Fragen der Theaterkunst und ihrer Institutionalisierung, aber auch der Politik, des Kultes und des Sportwesens. Grundlegende These dabei ist, dass ein enger und in hohem Maße prägender Zusammenhang zwischen diesen unterschiedlichen Darstellungsformen und -formaten besteht, der es ermöglicht, die antike griechische Kultur insgesamt als „Kultur des Performativen“ zu bezeichnen. Wie entwickelte sich das griechische Theater aus zunächst primär religiösen Kontexten heraus? Wie veränderte die Verstaatlichung und Institutionalisierung performative Prozesse? Wie wurden aus kultisch-ritualistischen Vollzügen Vorgänge eines Als-ob? Welche Rolle spielten dabei das Chorische und das Choreographische, die Musik und akustische Prozesse im Allgemeinen? Welche Bedeutung kommt ferner Prozessen der Literarisierung zu und wie verhalten sich Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Kontext einer solchen „Kultur des Prrformativen“ zueinander? In welchem Verhältnis standen Inszenierungsweisen des Theaters und politischer Macht? Welche Verbindung gab es zwischen Prinzipien der Performanz im Theater, der Politik, der Religion und im Sport? Kann die alte These einer herausragenden Rolle des Agonalen im antiken Griechenland hierzu Erklärungen bieten oder muss sie mit Rückgriff auf jüngere kulturwissenschaftliche Diskurse zur Performativität modifiziert bzw. ergänzt werden?

Diese Fragestellungen sollen im Verlauf der vorbereitenden Vorlesungs- und Seminarreihe in Form von Vorträgen der Projektleiter und von Gästen vorgestellt sowie in Auseinandersetzung mit ausgewählter Fachliteratur im Seminarkontext diskutiert werden – und zwar immer im Hinblick auf konkrete Ausgrabungsstätten in Griechenland, die im Rahmen der Exkursion im März besucht werden sollen. Im Rahmen der Besichtigungen sind die Studierenden angehalten, in Form von Referaten die im Seminar erörterten Fragen und Thesen mit den materiellen Spuren vor Ort zu verknüpfen, zu überprüfen und weiter zu entwickeln.

Anmeldefrist war der 15.7.2016.