Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Aufklärung? Blick auf künstlerische und politische Tendenzen im Europa des 18. Jh.


BA 03/04

MA 01/03

CUP 07

Wenn Peter Szondi Lessings Mitleid-Ästhetik kritisiert, sie als passiven Akt entlarvt, der die „Macht der Verhältnisse im Weinen akzeptiert“, anstatt sie „in der Idee zu negieren und so ihre Abschaffung zu antizipieren“ (Szondi: Lessing; Mercier, S. 165), ist dies Ausdruck eines anhaltenden Nachdenkens bzw. ‚öffentlichen Räsonnierens‘ über gesellschaftliche Wirksamkeit von Kunstpraxen und gleichermaßen eine kritische Einschätzung historischer Praxen. Gerade im Zeitalter der Aufklärung entstehen in einer kurzen Zeitspanne sehr viele verschiedene Texte, dramatische, philosophische..., die gesellschaftliche Formationen perspektivieren und kritisieren. Was vermittelt z.B. ein Drama von Lessing anderes als eins von Schiller und wie verhalten sich ihre theoretischen Positionen dazu? Sind die Ansätze der ‚Aufklärung‘ noch relevant für das künstlerisch-politische Verständnis heute – und in wie weit ist dieses Konzept in die Kritik geraten?
Das Seminar widmet sich der Konfrontation dramatischer Texte mit den philosophischen Positionen ihrer Autoren und der Frage, warum das Gedankengut eigentlich sowohl literarisch als auch in (anderen) Künsten und v.a. im Theater ausagiert werden soll. Das Angebot verschiedener und prominenter Autoren (und Autorinnen?!) aus dem (weiteren) Kontext der Aufklärung bzw. des 18. Jh.s ist dabei quasi grenzenlos. Eine Vielzahl namhafter Personen bieten sich an (Goethe, Schiller, Lessing, Kant, Hölderlin, Lenz, Kleist...) aber auch nicht-deutsche Texte sollen herangezogen werden (Rousseau, Diderot,...) Geplant ist eine gemeinsame Literaturauswahl / Erstellung des Seminarplans zu Beginn des Semesters, die die im Plenum vorliegenden Interessen berücksichtigt.