Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
MENU
DE EN

Affirmation (Arbeitstitel)


BA 03/04/05/09/10/11/12

MA 01/03/04/05

CUP 07/09

Das Seminar geht im Grunde der letztlich zu großen Frage nach, ob Kunst eine Funktion hat, haben sollte, welche, und wie diese zu beschreiben wäre. Mit ihr verbunden sind traditionell immer wieder Konzepte der Wirksamkeit von Kunst: welche Praxen sollen welche Wirkungen entfalten, soll bedeutet werden oder gerade nicht usw. In der westlich-neoliberalen Sphäre hat sich mitunter die Idee einer Notwendigkeit von Kunst-Zwecken wieder verschärft, v.a. auch vor dem Hintergrund von Förderanträgen, welche besonders erfolgversprechend sind, wenn sie auf vorformulierte politisch-kritische Relevanz von Kunst setzen. Ein ‚kritischer Gehalt‘ ist also anscheinend das, was Kunst wirksam machen soll und somit wäre dies auch als Funktion von Kunst zu diagnostizieren.
In letzter Zeit sind besonders Strategien von Affirmation als künstlerische Praxis diskutiert worden, die ‚post-kritisch‘ eben gerade durch anscheinende Zustimmung und Bejahung funktionieren wollen. Doch welche Konzepte von Affirmation wurden und werden entwickelt und zugrunde gelegt, bzw. ergeben sich aus der Diskussion um solche künstlerischen Herangehensweisen? Sind sie immer kritische Konzepte? Welches Licht wirft der Affirmationsbegriff auf den der Mimesis? Hängt Affirmation immer mit Ideologie zusammen? Welche produktive Kraft kann im Affirmativen liegen?
Anhand von Konzepten verschiedener Autor_innen wie z.B. Karen Barad, Bruno Latour, Toke Lykkeberg Kathrin Thiele soll das Potential von Affirmation untersucht und auf politische, soziale, künstlerische Wirkungen befragt werden. Hierfür werden gemeinsam Texte besprochen, es sollen aber auch Beispiele für affirmative Ansätze aus dem Plenum heraus vorgestellt werden.

Das Seminar wird begleitet durch ein Tutorium von Niels Wehr, in dem je nach Bedarf Texte und Beispiele vertieft werden können (Termin nach Absprache)