Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
MENU
DE EN

Szenen der Subjektivierung


BA 03/04/05/09/10/11/12

MA 01/03/04/05

CUP 07/09

Wie lässt sich der Prozess beschreiben, in dem das einzelne Individuum in die Ordnung des Sozialen eintritt? Wie wird aus einem singulären Lebewesen, ein spezifisches Subjekt geformt, das sich in einer normativen und von Machtstrukturen durchzogenen Ordnung verortet, artikuliert und behauptet? Welche Spannungsverhältnisse zwischen Autonomie und Heteronomie bestimmen dieses werdende Subjekt und seine Handlungsfähigkeit? Wie bezieht es sich auf seine Umwelt?
Theoretische Positionen in Philosophie, Psychoanalyse und Soziologie haben zu Beantwortung dieser Fragen immer wieder „Szenen der Subjektivierung“ entwickelt, um jenen Moment in der psycho-sozialen Genese zu beschreiben, der „uns“ als selbstbewusste, soziale Wesen in einem geteilten gesellschaftlichen Raum hervorbringt, verankert und positioniert.
Im Rahmen dieses Seminars werden wir einige prominenten Beispiele solcher „Szenen der Subjektivierung“ wie wir sie zum Beispiel bei Hegel (Kampf um Anerkennung), Freud (Ödipuskomplex), Lacan (Spiegelstadium), Althusser (Anrufung), Foucault (Parrhesia) und Butler (Performativität) finden, lesen und diskutieren. Dabei wird uns auch die Frage beschäftigen inwiefern diese theoretischen Positionen sich in einem fiktionalen „theatralen“ Rahmen ereignen und welche Möglichkeiten der Übertragung sich dabei für das Verständnis der Theatersituation eröffnen.