Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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DER ORT DER KUNST II


2 Std. Szenisches Projekt
Das szenische Projekt ist die künstlerisch-praktische Ergänzung des gleichlautenden Seminars (SS 03), in dem an einer Definition von Kunsterfahrung im zeitgenössischen städtischen Kontext der Urbanisierungsprozesse gearbeitet wurde. Vor dem Hintergrund des sich verändernden städtischen Lebensraums durch Globalisierung und flexible Akkumulation, dem Verlust künstlerischer Autonomie in den Institutionen, der Abhängigkeit stadtplanerischer Entwicklungen von großen Investoren und der damit verbundenen einschneidenden Neudefinition des öffentlichen Raums, wurden die Strategien und Arbeiten von bildenden Künstlern mit der rasanten Entwicklung der Medien, der Präsenz von Werbung konfrontiert - und die "Funktion der Kunst in der Gesellschaft" (Niklas Luhmann) untersucht.
Inwieweit verlieren künstlerische Projekte eine mögliche Subversivität durch die Gegenwart des gesellschaftlichen Spektakels; auf welchen Ebenen liegen die Möglichkeiten zeitgenössischer künstlerischer Intervention und Erfahrung? An welchen Orten kann künstlerische Praxis sich realisieren, wie schnell unterliegen sie der gesellschaftlichen Veränderung von Kontext und Wahrnehmung, was gräbt sich in die Erfahrung stärker ein: das einzelne starke Ereignis oder die unauffällige kontinuierliche Praxis, die diskret veränderte Blickrichtung auf das Alltägliche? Welche Sonderstellung nehmen hierbei die Theater ein ? Wie kann Kunst auf die urbane Ökonomie reagieren?
Nachdem im Sommersemester einigen diesen Fragen anhand ausgewählter Literatur und Medien einerseits und anhand von Exkursionen und Recherchen im städtischen Kontext Frankfurt andererseits nachgegangen wurde, versuchen wir jetzt im Rahmen des szenischen Projektes darauf mit eigenen Arbeiten antwortend zu reagieren.
Das Seminar richtet sich vor allem an die Teilnehmer des Seminars im Sommersemester 03, bzw. steht auch im Zusammenhang mit den Veranstaltungen des Gastprofessors Nikolaus Hirsch