Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Pier Paolo Pasolini: Theater und Film


Teilnehmer: DTM, AVL, ZMI

Pier Paolo Pasolini, lebenslang in Revolte gegen den Konformismus seiner Zeit, ist auch als Dramatiker provokativ gegen den Zeitgeist aufgetreten. Gegen die Theaterbewegung der sechziger Jahre, behauptet er in einem Manifest von 1968 ein "Theater des gesprochenen Wortes", das erst heute im jungen italienischen Theater wieder ein Echo gefunden hat. Zugleich führt er aber auch das Theater in die populäre Form des Films ein, um dort die Möglichkeit von Tragödie und Komödie zu eruieren.

Pasolinis Stücke, vor allem in den sechziger Jahren im Anschluß an seine Übersetzung der Orestie des Aischylos entstanden, schreiben diese weiter, so Pylades, oder entwickeln im Dialog mit klassischen Stoffen, so Calderon, zeitgenössische Formen tragischer und politischer Konflikte. Es geht in diesem Seminar einerseits darum, eine dramaturgische Analyse der Stücke vorzunehmen, um das szenische Potential der Texte in ihren intertextuellen Bezügen zu erforschen. Anderseits sollen seine Film mit Tragödienstoffen - Oedipus und Medea - sowie Teorema und Salò im Hinblick auf ihre Konzeption der Theatralität befragt werden.
Die Reflexion wird unterstützt durch Aufzeichnungen von Pasolini-Inszenierungen u.a. von Elke Lang, Luca Ronconi und Federico Tiezzi.

Folgende Stücke werden besprochen, alle in der Übersetzung von Heinz Riedt:
Pier Paolo Pasolini, Affabulazione oder der Königsmord; Pylades, Frankfurt/Main 1986
drs., Calderon, München 1991
drs., Orgie. Der Schweinestall, Frankfurt/Main,1988
drs., Teorema, München 1990

Für Italienischkundige wird die Gesamtausgabe der Stücke bei Garzanti empfohlen. Teatro, Calderon. Affabulazione. Pilade. Porcile. Orgia. Bestia da Stile, Mailand 1988

Für den Erwerb eines Leistungsscheins sind die regelmäßige Teilnahme, das Abhalten eines Referats sowie dessen schriftliche Ausarbeitung Voraussetzung. Für den Teilnahmeschein entfällt die schriftliche Hausarbeit.