Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Please, Continue (Hamlet)


Neu verhandelt wird einer der berühmtesten Mordfälle der Literaturgeschichte. Ein Prozess um Sein oder Nichtsein, um Wirklichkeit und Schein. Sind wir im Theater oder in einem Gerichtssaal?«Please, Continue (Hamlet)» vermischt Shakespeares Tragödie mit einem realen Fall. Und in diesem Gerichtsfall ist alles echt. Fast alles: Hamlet, seine Mutter Getrude und Ophelia werden von SchauspielerInnen gespielt. Richter, Staatsanwalt, Verteidiger und Experten üben diese Funktion alle auch ausserhalb des Theaters aus. Als Geschworene fungiert eine Zuschauergruppe, die bei den bisherigen Aufführungen in Frankreich, Belgien, Holland und der Schweiz höchst unterschiedliche Urteile gefällt hat.
Dem in Genf und Marseille lebenden niederländischen Theater- und Performancekünstler Yan Duyvendak und dem spanischen Regisseur Roger Bernat geht es in «Please, Continue (Hamlet)» nur bedingt um Shakespeares Stück. Vielmehr interessieren sie sich für die realen Mechanismen, Regeln und Gesetze, nach denen die Gerichtsbarkeit hier und jetzt funktioniert.

«Gerechtigkeit ausüben ist keine exakte Wissenschaft. Der Vollzug der Gerechtigkeit ist abhängig von denjenigen Männern und Frauen, die das Gesetz zur Anwendung bringen. Ein Gerichtsprozess ist jedes Mal aufs Neue ein menschlicher Versuch, Gerechtigkeit walten zu lassen.» Yan Duyvendak