Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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DAS HAUS


As We Are, das Label um Rebecca Egeling, nimmt sich mit der neuen Produktion DAS HAUS ausgewählte Theaterhäuser nicht nur als Ort, zugleich auch als Gegenstand künstlerischer Praxis zum Anlass, diese auf ihren je eigenen Genius Loci hin zu erforschen. Was sich zwischen den Wänden solcher Theaterhäuser abspielt, welche Energie, welche Form und welchen Klang jene Geister der Orte ausgewählter Gebäude als Erinnerung zu haben pflegen, bringt die Performance vom Unsichtbaren hin zum Bühnenereignis.

DAS HAUS als Performance verhilft dem Geist eines Theaterhauses zur Aufführung. Mit Hilfe spiritistischer Techniken der Bewusstseinszentrierung, des Pendelns und der extrasensorischen Schallforschung recherchieren die Performer Jorge de Hoyos, Ana Berkenhoff und Marco Völker an ausgewählten Theaterhäusern nach Bewegung, Narration und Sound, die vom Ort selbst kommen. Im Dialog dieser drei Ebenen generieren die Performer einen mobilen Fingerabdruck eines Hauses, dem sie andernorts zur Aufführung verhelfen.

Die Performance zeigt diesen Abdruck als Format auf der Bühne eines anderen Theaters und fügt so zwei Orte zu einem gemeinsamen Gedächtnisort zusammen. Indem die Performer die spiritistischen Praktiken als choreographische Methode präsentieren, addieren sie zum Aufführungsort den erforschten wie erinnerten Ort und verleihen ihm so die Fähigkeit, den Genius Loci des erforschten Hauses in Erscheinung treten zu lassen. Dieser Transfer ist gleichsam Erfahrung und Gedächtnis, Konstruktion und Rekonstruktion, anwesender und abwesender Ort - Methode und Geist.

So bringt DAS HAUS je Aufführung zwei Theaterhäuser zusammen: Während das Theaterhaus Stuttgart, als aufführender Ort, zum Schauplatz für die Erinnerung an den Genius Loci des Theater Rampe wird, bietet das Frankfurt LAB die Bühne, um dem Geist eines anderen Ortes zur Erscheinung zu verhelfen. Mit dieser Vernetzung wird nicht nur der bestehenden Theaterlandschaft Respekt gezollt, diese wird vielmehr unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Erinnerungspraxis neu vermessen.