Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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xy-ungelöst.potenziertes aroma


Die performative Installation
XY-UNGELÖST.POTENZIERTES AROMA
von der Gruppe mouche mouche anlässlich des Hardthoffestes 2001 am 25. August von 19:00 - 22:30 Uhr in Gießen

regie: Agnes Hansch, Friederike Kenneweg, Lena Wicke
performer und modells: Carsten Adam, Hannes Ebertz, Peter Oberdorf, Bastian Kraft, Matthias Kunz, Mirco Limpinsel, Tomasz Stompor
sprecher: Tomasz Stompor, Victor Köpke
technik: mouche mouche, Christian Flierl

Dank an Baustoffgroßhandelsgesellschaft Keil, Molkerei Grieb in Gießen, Giessener Brauhaus, Leica-Kamera Solms Vision Augenoptik und Kontaktlinsen, Unterer Hardthof e.V., Kindergruppe Bollerwagen, die Bewohner des Hardthofs.


„Mit deutlichem Augenzwinkern und spürbarer Freude an der Inszenierung nahmen die drei jungen Frauen die Männer ihrer Umgebung aufs Korn. Zu den Klängen von Rachmaninoffs berühmtem Klavierkonzert putzte sich ein junger, nur mit Unterhose bekleideter Mann auf einer Schaukel sitzend die Zähne. ein anderer versuchte umständlich, eine Fensterscheibe mit weißer Farbe zu bemalen. Und wieder ein anderer, der wie der Wachmann einer Security-Firma aussah, fing in einem Plastikbecher Milch auf, die von einem Balkon über ihm herab tropfte Auf der Toilette befanden sich in mehreren verschließbaren Plastikkästen weiße T-shirts. „Öffnen sie die Kisten und genießen Sie wahren Männerduft“, forderte ein Plakat den Besucher auf. Der Spaß kam nicht zu kurz, und so fügte sich gerade diese Performance gut in das Fest mit seiner lockeren, heiteren Atmosphäre und seiner Mischung aus Anregung und Kurzweil ein.“
(Thomas Schmitz-Albohn, Giessener Anzeiger, 27. August 2001)

Was macht den Mann zum Mann? Um diese Frage ging es in der performativen Installation "XY-ungelöst.potenziertes aroma" von mouche mouche.
Sie war in einem Innenhof des Hardthofes in Giessen am 25.August 2001 von 19 - 22.30 Uhr zu sehen. Das Geschehen wurde im Laufe des Abends von der Dunkelheit umhüllt. Die Zuschauer bewegten sich frei im Hof wie in einem Ausstellungsraum. Fünf Performer führten in dieser Zeit verschiedene Aktionen aus. Gleichzeitig waren Video-, Klang- und Diainstallationen zu entdecken.

Bastian Kraft saß mit einem weißen Slip bekleidet auf einer Schaukel und putzte sich betont langsam die Zähne. Sein Blick war gen Himmel gerichtet. Von Zeit zu Zeit, griff er nach einem Becher Wasser, spülte und spuckte in einem hohen Bogen zur Seite aus. Carsten Adam bewegte sich mit einer Leiter über den Hof. Matthias Kunz malte an einem niemals vollendeten Bild mit weißer Farbe auf einer Glasscheibe. Ein Milchstrahl floss aus einem Plastikschlauch aus 2,50 m Höhe in ein Waschbecken. In und um das Waschbecken herum waren durchsichtige Plastikbecher aufgetürmt, und das Tropfen / Plätschern der Milch in und neben das Waschbecken auf die Plastikbecher war im ganzen Hof zu hören. Peter Oberdorf füllte diese Plastikbecher mit Milch und bewegte sich sehr langsam quer über den Hof. Er ordnete die Becher nach einem ganz bestimmten Prinzip und transportierte sie von der einen Seite des Hofes zur anderen. Den männlichen Blick ließ Hannes Ebertz spielen. Er fing flirtend mit einer Videokamera Stills der Zuschauer ein, die diese auf einer großen Leinwand über ihren Köpfen entdecken konnten. Acht Fernseher waren im Hof verteilt. Fünf davon zeigten einen rhythmischen Zusammenschnitt der Gesichter der Performer, die mit unterschiedlichen Tonspuren unterlegt waren. Der Zuschauer hatte die Möglichkeit, diese über Kopfhörer anzuhören. Drei andere Fernseher zeigten verschiedene männliche Passanten, denen es frei gestellt war, was sie während der kurzen Zeit vor der Kamera tun. In einem Badezimmer hingen durchsichtige Plastikkisten von der Decke, in denen in Form von getragenen T-Shirts echter Männerduft konserviert war. Dazu war eine Männerstimme (Tomasz Stompor) zu hören, die Namen berühmter Männer in alphabetischer Reihenfolge vortrug. Ein Fernglas stand auf einem Balkon, von dem aus der Zuschauer das Geschehen im Detail und aus einer anderen Perspektive heraus betrachten konnte. Zwei Tonspuren begrüßten und verabschiedeten die Zuschauer. Sie waren an den zwei Aus- bzw. Eingängen des Innenhofes zu hören und gaben auf der einen Seite einen Liedzusammenschnitt mit Songschnipseln und auf der anderen mit klassischer Musik unterlegte Statements über das Mannsein (Stimme: Victor Köpke) wieder. In einem Raum innerhalb des Innenhofes war eine Diainstallation zu sehen (vgl. xy-unglöst.potenziertes aroma_Diainstallation von Lena Wicke.)