Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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MY HANDS. MY MOTHER’s


MEINE HÄNDE. DIE MEINER MUTTER
Was bleibt von jemandem? 23 Umzugskisten voller Gegenstände haben ihre Besitzerin verloren und diese Objekte leben weiter.

Man sagt, Erinnerung sei ein komischer Hund. Man wirft für ihn einen Stock und er bringt etwas völlig anderes zurück. Erinnerungen sind fragil, manchmal unlogisch, unzusammenhängend und unumstößlich unvollständig. Doch nun gelten meine Erinnerungen an diese Stadt nur noch einer Frau, die ich zufällig getroffen habe. Ich werde von Schatten umgeben, Tochterschatten von steifen Möbelstücken. Sie verfolgen mich in der Sonne, aber es sind Menschen. Diese Erinnerungen sind die einzige Möglichkeit, eine Unterhaltung zweier Menschen zu Ende zu führen, die nie mehr miteinander sprechen werden. Wir erforschen die Fähigkeit von Objekten, bestimmte Situationen zu speichern. Leben bedeutet irgendwie ein_e andere_r zu sein. Sehen bedeutet sich zu distanzieren. Klar zu sehen bedeutet Innehalten. Analysieren bedeutet sicherlich ein Fremder zu werden. Es ist, als hätte ich ein altes Porträt gefunden, ohne Zweifel meines, von etwas anderer Statur, mit unbekannten Merkmalen, aber unverwechselbar meine, erschreckenderweise ich. Das Leben ist, als ob wir damit geschlagen wären. Wir werden uns sicher wiedertreffen, auf irgendeiner Party.