Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Ikonophobie, Ikonophilie (Kolloquium „Das Reale und die (neuen) Bilder. Repräsentationen des Anderen oder Terror der Bilder?“)


Der Vortrag sucht das breite von Ikonophobie und Ikonophilie gezeichnete Feld zuerst anhand einer Befragung der theoretischen Implikationen von Darstellungsfeindlichkeit, Ikonophobie und Ikonophilie im Hinblick auf die Ökonomie des Subjekts als spezifisches Verhältnis zum Imaginären, Symbolischen und Realen zu skizzieren. Ein zweiter Punkt diskutiert sodann den Stellenwert von Mediation und Medien im Hinblick auf diesen Themenkomplex, ausgehend von Georges Batailles Religionstheorie, um die Frage der fehlenden Mediation und den Haß auf die Medien als zentral für die terroristische Ikonophobie zur Debatte zu stellen. Sodann wird der heutige Kontext nach 9/11 als Bilderkampf vorgestellt, wobei die Antworten auf terroristische Ikonophobie als Zensur und Selbstzensur problematisiert werden. Schließlich werden an drei Beispielen – der Totenmesse für Papst Johannes Pauls II., Batailles Expérience intérieure und Gregor Schneiders Cube Venice 2005 - ikonophile Strategien der Transfiguration des Realen vorgestellt, die als institutionelle und singuläre Antworten auf die Frage nach einer möglichen kritischen Funktion von Bildern analysiert werden

Helga Finter, Justus-Liebig-Universität Giessen
Studium der Romanistik und Geschichte in Freiburg, Konstanz, Paris. Promotion 1976 in Konstanz, Habilitation 1986 in Mannheim; seit 1991 Professorin für Theaterwissenschaft am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Giessen; Gastseminare am Collège de Philosophie, Paris und an den Universitäten Venedig, Straßburg, Avignon; 2006 Max Kade Visiting Professor of German an der University of Notre Dame, U.S.A.
Schwerpunkte der Forschung: Ästhetik der Stimme, Theatralität nicht-dramatischer Texte, historische Avantgarden, Theater und Medien.
Bücher als Autorin: Semiotik des Avantgardetextes, Stuttgart 1980; Der subjektive Raum, 2 Bde, Tübingen 1990;
(Mit-)Herausgeberin von Bataille lesen, München 1992; Grenzgänge. Das Theater und die anderen Künste, Tübingen 1998; Kommentierte Ausgabe von César Antechrist und L’Amour en visites in Alfred Jarry, Oeuvres, Paris 2004.
Zahlreiche Aufsätze zuletzt u.a.: „Mime de voix, mime de corps : L'intervocalité sur scène“, in: Christine Hamon-Siréjols/ Anne Surgers (Hg.), Théâtre : Espace sonore, espace visuel, Lyon 2003; Georges Batailles unsichtbarer Film: Das Szenario La maison brûlée , in: Volker Roloff et altri (Hg.), Französische Theaterfilme - zwischen Surrealismus und Existentialismus, Bielefeld, 2004; Cyberraum versus Theaterraum: Zur Dramatisierung abwesender Körper, in: C. Bieber, C. Leggewie (Hg.), Interaktivität. Ein transdisziplinärer Schlüsselbegriff, Frankfurt/ New York: 2004; Identität und Alterität: Theatralität der performativen Künste im Zeitalter der Medien, in Walter Bruno Berg et altri (Hg.) „Fliegende Bilder, fliehende Texte. Identität und Alterität im Kontext von Gattung und Medium“, Frankfurt/Main, Madrid, 2004, ; Stimmkörperbilder : Ursprungsmythen der Stimme und ihre Dramatisierung auf der Bühne, in: D. Kolesch/ J. Schrödl (Hg.)Kunst-Stimmen, Berlin, 2004

Im Rahmen des internationalen Kolloquiums „Das Reale und die (neuen) Bilder. Repräsentationen des Anderen oder Terror der Bilder?“ an der JLU Gießen vom 11. bis 12. November 2005

Das Kolloqiuum ist eine Kooperation des Zentrums für Medien und Interaktivität, Giessen und des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft, Giessen im Rahmen der Forschungsreihe "Inszenierungen in den Neuen Medien". Es wird veranstaltet von Prof. Helga Finter und Prof. Heiner Goebbels.