Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Orchiektomie rechts


Ist man Autor seiner eigenen Krankheit? Mit eigenen Texten sucht der Autor in seiner Inszenierung „Orchiektomie rechts“ – so der medizinische Fachbegriff für die chirurgische Entfernung des rechten Hodens bei bösartigem Hodenkrebs – nach dem Auslöser für die Krebserkrankung seiner Bühnenfigur. „Warum ich?“ schreibt er und lässt die Frage nach Schuld und Verantwortung aufkommen - zwei Motive, die in dem historischen Diskurs über Krebs zirkulieren und in dem Glauben münden, dass Krebs die Konsequenz eines bestimmten menschlichen Verhaltens sei. Dabei wird die eigene Homosexualität nach der Bedeutung für den Hodenkrebs befragt und ermöglicht in dem Dreieck ‚Krankheit’-‚Sexualität’-‚Theater’ ein Gedankenspiel zwischen der Krankheit, ihrer Symbolik und dem Raum, in dem sie dargestellt wird.
Im Zusammenspiel von Video, Ton und Erzählung lässt er in seiner Solo-Performance eine neue Figur entstehen, die sich nach der Entfernung ihres Hodens gegen die Tragödie mit ihren gesellschaftlichen und moralischen Kategorien Schuld, Fluch, Strafe zur Wehr setzt. „Le corps est le théâtre et la maladie est un spectacle.“