Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Eine kollektive Diskursanalyse


Mit den Fragen:

WIE IST DEIN VERHÄLTNIS ZU FESTIVALS?

WAS IST DEINE SCHLIMMSTE UND/ODER BESTE ERINNERUNG AN DEN DISKURS?

WAS WAR IN GIEßEN ZU DEINER ZEIT »IN« UND WAS »OUT«?

konfrontierte Pirkko Husemann eine Anzahl von Ex-GießenerInnen und sammelt die Ergebnisse in einer "kollektiven Diskursanalyse". Sie macht sich dabei die Möglichkeiten jener kulturwissenschaftlichen Methode zu Nutze, welche den Gründungsvätern des DISKURS-Festivals namentlich Pate gestanden haben könnte. Pirkko Husemann begibt sich also - begrifflich und inhaltlich - an die Wurzeln des Festivals und des Instituts und seiner (personellen) Geschichte, wobei die Fragen von kuratorischer Praxis, kritischer Kunstproduktion, -rezeption und -präsentation, die als Leitmotive betrachtet werden können. Als jemand, der den DISKURS nur vom "hören sagen" kennt, versucht Pirkko Husemann dadurch eine kollektive Selbstannäherung; mit den Antworten derjenigen im Rücken, die den DISKURS hautnah miterlebt haben, setzt sie ihr "kritisches" Bild auf den DISKURS zusammen; angeleitet durch die Überlegungen Nancys, dass Kritik nichts Gegebenes, nichts Konstantes, sondern etwas Prozessuales und Veränderliches sein muss.


Pirkko Husemann ist derzeit Tanzkuratorin am Theater Hebbel am Ufer in Berlin. Sie studierte am Institut für Theater-, Film-, und Medienwissenschaften in Frankfurt/Main und promovierte zum Thema "Choreografie als kritische Praxis" an der Freien Universität Berlin. Darüber hinaus arbeitete Sie mit Xavier Le Roy gemeinsam an den Stücken "E.X.T.E.N.S.I.O.N.S". und "Project" und bildete mit Kattrin Deufert und Thomas Plischke das Label "frankfurter küche". Bereits 2002 erschien "Ceci est de la danse - Choreographien von Meg Stuart, Xavier Le Roy und Jerome Bel". In Folge des "Tanzkongress Deutschland" (2006) in Berlin, bei welchem sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beteiligt war, publizierte sie gemeinsam mit Sabine Gehm und Katharina von Wilke: "Wissen in Bewegung. Perspektiven der künstlerischen und wissenschaftlichen Forschung im Tanz" (erschienen 2007). Erst kürzlich erschien Ihre Dissertation "Choreografie als kritische Praxis - Arbeitsweisen bei Xavier Le Roy und Thomas Lehmen" bei transcript. Zusammen mit Ulrike Becker, Matthias Lilienthal, André Thériault und Marion Ziemann bildete Pirkko Husemann auch in diesem Jahr die Künstlerische Leitung des Internationalen Tanzfests "Tanz im August" in Berlin.