Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Wie ich lernte den großen Augenblick der Erkenntnis durch ein schlichtes Ach so! aufzuwerten


Monitor, Kamera, Computer, Scheinwerfer
mit An-Sophie Waider, Anja Arncken, Ana Berkenhoff (ATW Giessen), Daniel Lambach, Micha Maiwald,u.a.

Auch bei der Installation, die David Sarno in Zusammenarbeit mit Tobias Hermann realisiert hat, muss sich der Betrachter fragen lassen, was seine Position vor dem wiedergegebenen Bild ausmacht. Ihr Aufbau entspricht dem einer Closed-Circuit-Installation. Die Kamera erfasst Menschen vor dem Monitor, die sich darauf betrachten. Nur ergibt sich bei Sarno das Problem, dass nicht jede Person im Videobild erscheint. In der Filmgeschichte wäre eine derartige Abwesenheit von Personen in einem Spiegel vor allem unheimlich für diejenigen, deren Konterfei sichtbar wird. In Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ erscheinen nur lebendige Menschen gespiegelt, ihre untoten Wiedergänger nicht. So zeigen sich im bunten Ballgetümmel die drei einzigen Lebenden plötzlich einsam und verlassen in einem großen alten Spiegel. Dieser Umstand verweist auf die reine Abbildhaftigkeit der Figuren im Film gegenüber der körperlichen Präsenz derjenigen, die sich den Film anschauen.