Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Das Ende der Auferstehung? Osterspiel und Reformation


Der Beitrag schlägt einen Bogen von den spätmittelalterlichen Osterspielen bis zu denen des Jesuitenordens. Er setzt sich kontrovers mit dem vielfach behaupteten Ende der Osterspiele in der Reformation auseinander. Im Widerspruch zur gängigen These des Niedergangs geht der Beitrag davon aus, dass die Reformation Motor der Osterspiele wird – ironischerweise aber indirekt und ungewollt. Zum Reizpunkt wird die erklärte Antimimetik Luthers, der zwar das Theater als didaktische Instanz akzeptiert, aber Christus-Darstellungen (insbesondere die Passion) ablehnt. Von Seiten der Gegenreformation wird diesem reformatorischen Impuls mit einer regelrechten Offensive der Passionsdarstellungen begegnet, die im Triumph der Auferstehung gipfeln und damit zugleich zum Markenzeichen der ecclesia triumphans werden.