Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
MENU
DE EN

Tod, Text und Auferstehung. Die Metamorphose(n) des Orpheus


Die Figur des Orpheus ist in der Antike in vielfältigen Kontexten mit dem Jenseits, der Vorstellung des ewigen Lebens und der Rückkehr aus dem Jenseits / Unterwelt verbunden. Dies gilt zum einen für die mythische Erzählungen wie etwa von Orpheus und Eurydike, für seine Rolle im antiken Mysterienkult (Orphik, orphische Hymnen) ebenso wie seine Transformation in den Christustypus des guten Hirten im Rahmen der spätantiken christlichen Literatur und Kunst. Im Rahmen des Vortrages soll zum einen ein knapper Überblick über die unterschiedlichen Aspekte und Transformationen des Jenseitsgängers Orpheus gegeben werden, zum anderen aber eine spezifische mit Orpheus und dem Mythos seiner Zerreißung verbundene Vorstellung der Überwindung des Todes behandelt werden. Es handelt sich dabei um die Fassung der Geschichte, die Ovid in den Metamorphosen gibt und die im Kern darauf zielt, das Medium des Textes als Ort des Fortlebens und der Auferstehung in einem emphatischen Sinn zu inszenieren.