Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
MENU
DE EN

GESTERN


Keine Geschichte, die erzählt, wie es dazu wurde, was es ist. Sondern wie es sich anfühlt mitten im unumstößlichen Sein der Dinge
aufzuwachen. Aufzuwachen und zu sehen, dass aus dem heute schon ein gestern geworden ist. Man denkt sich, wenn heute
gestern wäre , dann wäre alles nicht so schlimm. Aber wenn heute heute sein muss, dann will ich mich diesem Tag verweigern.
Nichts tun und träumen von den Dingen, die gestern selbstverständlich waren und heute unmöglich. Wo das „Heute“ anfängt und
das „Gestern“ aufhört, das will ich nicht sagen müssen und wenn ich die Augen zukneife und in die Morgensonne blinzele, dann
kann ich die Grenzen schon fast nicht mehr sehen. Und vergessen, welcher Tag es ist. Aber das Heute schert sich wenig um das,
was wir wollen und fräst sich unaufhaltsam durch das Universum und mitten drin du. Mit einem Heute, das du nicht wolltest, aber
das passiert, ob du willst oder nicht. Man könnte sagen: „Mach das Beste draus!“ Man könnte es aber auch lassen. Und einfach das
Heute überstehen.